"Die Technik macht uns kaputt" ...
..., wie Ingo immer so schön seinen Opa zitiert ... das stimmt nicht so ganz. Auch wenn so mancher Meter Kabel und so mancher Knopp hinter dem Gesamt-Paket Amigos steckt, können wir halt nicht ohne die „Bouzouki der Neuzeit“.
Dieser Text ist nicht ganz so erst zu nehmen, die technischen Details stimmen aber!
Die Beschallung
Die AMIGOS-eigene PA ist ein KME Cluster CS5, ein aktiv getrenntes PA-System, bestehend aus zwei 12“ + 1“ Topteilen und zwei 18“ Subwoofern. Betrieben von einer Systemendstufe SPS2400 bringt es das System auf 2x400 Watt (@4 Ohm) auf den Tops, sowie 2 x 600W (@4 Ohm) auf den Bässen; summa summarum 2 kW Frontbeschallung, eine ausreichend dimensionierte Anlage für bis zu mittelgroße Räumlichkeiten. Durch die aktive Trennung der Bässe von den Höhen, lässt sich dabei ein für dieses doch relativ kleine System ein eindrucksvoller Druckpunkt – wunderschön für die Basedrum – finden. Die Tragweite der Höhen durch die 1“ Tops sorgt für das Gleichgewicht zwischen Bässen und Höhen.
Darf`s ein bisserl mehr sein? Größere Räumlichkeiten oder Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt auf der Band (Ü30, Festivals etc.) bedürfen hingegen einer größeren Leistung für die Front-Beschallung; und Lautstärke ist nicht alles-es zählt der runde Gesamtklang. In solchen Fällen greifen wir gerne auf individuell auf die Location abgestimmte PA Komponenten zurück, meist von SAL Showtechnik.de. Die hier verwendeten Systeme von AD Systems mit 8 (und mehr) 18“ Subwoofern und 4 (und mehr) 12“/2“ Tops mit einer Gesamtsystemleistung von 10kW und mehr, bringen dann die benötigte Tragweite für jede noch so schwierigen Locations.
Das Monitoring
Schon mal eine Bühne mit 19 Musikern mit Monitoren versorgt?!? Dieses Unterfangen wird bei uns meist recht einfach gelöst: Fast kein Monitoring! Ausnahmen bilden hier der Gesang sowie elektrische Instrumente wie Keyboard und Gitarre, die den Monitor zur eigenen Verstärkung benötigen. Auf Monitoring für Bläser wird verzichtet, da der Eigenklang der Instrumente aufgrund der nah beieinander liegenden Aufstellung ausreichend ist. Wir sollten viel mehr Monitoring machen! Warum? Dann würde man vielleicht öfter Masti’s bösen Blick (mit den buschigen Augenbrauchen) sehen, wenn er einen Fehler hört… ;-)
Den Einsatz bei uns finden für Gesang und Gitarre je ein KME FM1122AE mit 12“/0,75“ Speakern bei einer Verstärkerleistung von 150W; ein rund klingender Monitor mit einfachem Zwei-Band-EQ für grobe Eingriffe in den Sound. Um Feedbacks vorzubeugen sind sie in den Signalweg zwischen Pult und Monitor EQs eingebunden, je ein Kanal eines DBX231 grafischen EQs mit 31 Bändern mit 12db Wirkungsgrad ist für den Monitor-Weg Gesang und Gitarre eingestellt … und auf Kosten der Ohren des „Kabelfuzzis“ der Amigos auch „eingepfiffen“ – Funkmikro Richtung Monitor halten und erst, wenn man am EQ so viele Frequenzen verdreht hat, dass es nicht mehr pfeift, ist man am Ziel. „Häh, wer spricht dort?“
Das Keyboard-Monitoring kommt ohne grafischen EQ aus. Der 3-band EQ des DYNACORD AM12 ist vollkommen ausreichend, um den Klang sauber auf den Monitor zu bekommen. Der Monitor selbst ist mit 12“/1“ Bestückung bei 2x150W und aktiver Frequenzweiche sehr gut; selbst für fette Keyboard-Sounds optimal ausgelegt. … ;-)
Sidefill: Unsere Bühnenanweisung stellt mit der Aussage „Bühne: min. 8x6 Meter“ schon so manchen Veranstalter auf eine harte Bewährungsprobe. Da geht es meistens schon genug wie in der Büchse voller Ölsardinen zu, da brauchen wir nicht noch einen Sidefill. Ausnahme bilden wirklich große Bühnen, wo unsere eigene PA bei Verwendung einer Leih-PA dann zum Sidefill wird. Hier kommt dann der 18“ Bass so richtig zur Geltung, wenn die Basedrum den Weg auf den Sidefill findet.
Mikrophonierung/innen
Was wäre der/die Sänger/in ohne sein/ihr Mikrofon? Wir setzen hier neuerdings nur noch auf eines: Shure! Das EV ist aufgrund von Übertragungs-Problemen ausgemustert. Ingo und Ramona setzen auf ein Shure mit SM58-Kapsel/in, Alex hat ein Shure PGX Beta 58. Beide laufen auf UHF und TrueDiversity, was eine sehr gute Qualität (der Übertragung!) hergibt. Die Bläser sind mit Kondensator-Mikrophonen versorgt, AKG C419PP und AKG C519M, speziell für Bläser als Clip am Instrument.
Mal spielt er Bass, mal bässer.
Dirk spielt einen richtig schönen (leider auch schweren, aber er beschwert sich ja nicht) 5-saitigen Bass, handgefertigt aus der Kölner Bass-Schmiede HUMAN. Er hat schon so manchen Bass in den Fingern gehabt, aber keiner macht so einen schönen Wechselbass Sound und solch eine Kondition bei noch so fiesen Oktav-Bässen à la Wolfgang Petry (Bitte keine Sprüche dazu, sein Rücktritt bleibt hier ohne Wertung) mit. Das Amping geschieht über einen Glockenklang Soul, der mit seinen 250 Watt an 8 Ohm für ordentlich Dampf auf dem Stack aus AMPEQ SVT-410 und AMPEQ SVT-15 sorgt. Die alte in den 80ern selbstgebauten Box (!) sorgte lange Zeit für guten Sound, steht aber nun im Amigos-Museum neben dem Superman-T-Shirt von Bauer Hilleringmann und den goldenen Tretern aus den ersten Festival-Jahren ;-)
Viva Guitarero - Stranger In A Strange Land
Olé Peter, der Mann mit dem Flamenco im Blut … und er kann mit seinem spanischen Akzent den Chicas alles selbst noch so verruchte ins Ohr flüstern, so dass es aber immer noch sexy klingt! … Nee, Scherz, Peter’s Lieblingsband ist IRON MAIDEN … und er spielt, neben einer Ibanez RG550 DXPN, in erster Linie seine FENDER "Iron Maiden Signature" Stratocaster. Was trotzdem nichts über seine klangliche Orientierung sagt, denn er entlockt seiner Gitarre immer die passende Filigranität – nicht nur, wenn’s richtig rockt. Sein Equipment komplettiert neben der wunderschönen MAIDEN Strat ein BOSS GT-8. „Modelling Amping … niemals! Ich will Vollröhre!!!“ … so war es immer zu hören, bis er von der Frankfurter Musikmesse 2005 mit einem Funkeln in den Augen und dem Wunsch, „Bitte, bitte, ich will ein GT8 haben“, zurückkam. Somit konnte sein in die Jahre gekommenes Boss GT-3 endlich in Rente gehen. Echt fette Sounds direkt vom Transistor!
Mit diesem Schritt entfiel auch das bei Gitarristen schon fast selbstverständlich Shure SM57, 3cm vom Membranrand auf die Membranmitte gerichtet und das digitale Zeitalter hielt Einzug. Jetzt geht Peter direkt Stereo ins Pult (und somit Stereo auf die Front) und bekommt sein eigenes Feedback über einen oben erwähnten KME FM1122AE. Der EQ dient nicht nur dem Feedback-killing, sondern auch dem Gitarren-Klang, denn er braucht eine extra Portion Mitten, um so richtig zu leben und manchmal auch schön zu drücken.
Der Herbert
… oder für alle nicht-Amigos: Abteilung Keyboards. Es ist für die ganze Kapelle immer wieder ein Vergnügen, wenn Kai im Eifer des „Eins-zwei-drei-vier-nächster Song“-Gefechtes beim Umschalten der Sounds mal wieder den Appregiator vom Synthesizer angeworfen hat, so dass man ihm gleich eine Zwischeneinlage „Herbert“ von Gottlieb Wendehals widmet - seine dann schon mal wechselnde Gesichtsfarbe zeigt dann seine Freude über dieses Ständchen; danke sehr!
Die sonst immer in Cases und Bases verpackten Keyboards sind: Herbert, Herbert und Herbert … oder besser … Ein YAMAHA Motif ES7, der jüngste Spross auf der Bühne! Mehr schon ein Computer als ein Keyboard, denn mit USB und 512MB sampling RAM hat es mehr RAM als so mancher PC! Diesen 512MB RAM ist auch der schon erwähnte Sound „RealJump=)“ zu verdanken (Jetzt mal den Kopf nach links drehen, und die Emmoicons nach dem Namen zeigen Kai’s Grinsen, immer wieder, wenn er den Sound spielen kann), der seine Ähnlichkeit mit einem für Keyboarder berühmt-berüchtigten Sound aus dem Jahre 1984 nicht leugnen kann. Weiterhin kommen eben von diesem MOTIF ES7 noch Pianos sowie diverse Rhodes, Wurlitzers, Streicher und Orgeln (mit Leslie-Effekt), die das MOTIF zu seinem „Jederzeit-Keyboard“ macht und immer den passenden Sound bereithält.
Ein Synthesizer für die besonderen Aufgaben ist der KORG Triton Le. Der TRITON steht rechts neben dem MOTIF, um 90° eingewinkelt, was ihn meistens nur mit der rechten Hand spielbar macht. Er ist für Sounds wie die Easy Lovers-Intro, Time of my Life-Synthy oder andere Synthys und Flächen zuständig. Die zweite Tastatur neben dem MOTIF lässt spontane Sprünge zwischen den Keyboards und somit den Sound zu, was den TRITON zu einem wertvollen Werkzeug macht.
Keyboard Nummer 3, last but not least, ein KORG X5D. Dieser ist zwar schon nicht mehr der jüngste Synthesizer, wartet aber mit einem echten jederzeit-Sound auf. Wenn man sich bei einem Stück gerade an die DiscoBalls der alten Zeit erinnert ist in Kai’s Sound-Kombination auch meistens der X5D zu hören: Ein Split, auf der linken Hand eine Strings-Fläche mit Phaser-Effekt und auf der rechten Hand ein M1-Piano, ebenfalls mit Phasing und Cross-Delay – eine Wunderwaffe gegen dünne Passagen. Seine Position über dem MOTIF auf dem König & Meyer 18950 mit Aufsatz K&M18952 lässt einen schnellen Zugriff auf den meistens bereit liegenden Sound „SuperKeys“ zu. Das X5D gibt es auch noch einmal als X5Dr im beistehenden Rack, welches im Master-Modus vom MOTIF schon mal mitklingt, um Sounds vom MOTIF und X5D zu layern.
Im Keyboards-Siderack befindet sich weiterhin ein BERINGER RX1602, 8 Kanäle an das FOH-Mischpult weiterzugeben wäre nicht drin. Diese Summe findet über eine aktive PALMER DI-Box den Weg symmetrisch in zwei Kanäle des FOH-Mixers. Komplettiert wird dieses Rack noch durch einen BEHRINGER PowerPlay HA4700 Kopfhörer-Verstärker, der ein spontantes Reinhören ohne Monitor über den Monitor-Send des RX1602 möglich macht. Wertvoll für die Set-Pausen, um die anderen Musiker nicht allzu zu nerven ;-)
Fazit: Wer’s gemerkt hat; hier gibt es gar keinen klassischen Herbert (damit meint der Wendehals nämlich eine Begleitautomatik) mehr, sondern nur noch Appregiatoren. So, Ingo! Aber bei uns ist alles live, keine Diskette, kaum Appregiator, kein Herbert.
FOH-Mix
FOH … oder für Nicht-Kabelfuzzies: Front-Of-House … oder noch einfacher: Dat, wasse vorne hörs, Heinz … geschieht auf einem Soundcraft Spirit LX7II (zu betonen Version 2, der durch die ihm spendierte Auffrischungs-Kur vor ca. 2 Jahren ein absoluter Geheimtip ist). PreAmps aus der MH-Serie, 2 parametrische Mitten, 4 Subgruppen und insgesamt 36 Kanäle machen ihn für das ideale Pult für die AMIGOS. Der Mix geschieht meist von uns selbst auf der Bühne, darum fehlt meistens auch ein Amigo auf der Bühne … der steht dann zum Hören an der Theke. Für Hall ist hier ein T.C. M300 verbaut, ein BEHRINGER HA4700 hilft zum Abhören der Kanäle.
Größere Mucken wie z.B. das Festival der Liebe geben wir dann lieber in die Hände eines professionellen Ton-Menschen, der dann auch klassisch mit einem Park an Elektronik vor der Bude – und meistens direkt auf der Tanzfläche - steht.
Die Minna
Oh mein Gott, was wären wir ohne Minna! Schmittens’ Minna ist der Packesel für jede Entfernung. Da sind auch ganz viele Knöppe und so dran, und vor allem dürfen wir uns ja auch alle paar Wochen mit einer immer wieder neuen Minna anfreunden. Danke Hubert! :-) Keiner räumt so toll die Minna ein wie Philip, naja, aber bei der gebückten Haltung im Heck des 120 PS Bolliden soll man auch zuerst die alten Knochen aufbrauchen ;-) Mitlerweile ist Michi übrigens in Ausbildung bei Philip und Packer Nummer 2 geworden. Herzlichen Glückwunsch übrigens dazu, Michi! Leider fehlt der wunderschön grauen Minna noch die AMIGOS-Lackierung, aber dazu bekommen wir Schmitten schon noch.
Fazit
Cases and bases and the upper tom two rules!
Anekdote
Was denken Musiker während eines Live-Gigs?
- Der Sänger: Die geile Schnitte in der ersten Reihe schnapp ich mir nach dem Konzert...!
- Der Gitarrist: Ich bin viiiel zu leise, nach dem Auftritt dreh ich dem Mischer den Hals um...!
- Der Keyborder: Mein Sound ist heute wieder so gut, ...so verdammt gut..., hach ist das heute wieder gut...!
- Der Schlagzeuger: Wo bau ich bis zum nächsten Gig mein neues 18''er Pro Sonix ein... hmm...
- Der Bassist: E - E - E - E - A - A - A - A - B - B - B - B - A - A - A - A - ...
PS: Respekt, wenn Du es bis hierhin ausgehalten hast
Fragen und Anmerkungen an webmaster@dieamigos.de
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